Es gibt Orte, an denen die Zeit nicht einfach nur steht, sondern förmlich nachhallt. Das alte Krankenhaus in P. ist ein solcher Ort. Wo einst Hektik, das Piepen von Geräten und das leise Schurren von Schwesternschuhen auf Linolböden den Alltag bestimmten, herrscht heute eine fast ehrfürchtige Stille.



Geschichte zwischen Medizin und Verfall
Das Areal blickt auf eine lange medizinische Tradition zurück. Über Jahrzehnte war es die zentrale Anlaufstelle für die Menschen der Region – ein Ort des Hoffens, der Heilung, aber auch des Abschieds. Nach der Verlagerung des Klinikbetriebs in moderne Neubauten fiel der Vorhang für die alten Gemäuer.
Fakten-Check: Das alte Kreiskrankenhaus P.
- Erbaut / Eröffnung: 17. September 1859 (Angefangen hat alles ganz klein auf einem Stück Feld an der damaligen Sandgasse, finanziert durch Spenden und die Stadt.)
- Betriebsende: März 2007 (Nach knapp 148 Jahren dauerhaftem Medizinbetrieb zogen alle Abteilungen in den modernen Klinikneubau um.)
- Ausrichtung & Spezialisierung: Vom ursprünglichen Bürgerkrankenhaus entwickelte sich das Areal zu einem riesigen Komplex mit 4 großen Hauptgebäuden und zahlreichen Nebentrakten. Es beherbergte unter anderem die Chirurgie (im denkmalgeschützten Ziegelbau von 1918), eine Pädiatrie & Entbindungsstation sowie die Gynäkologie und HNO.
- Größe des Areals: Rund 1,8 Hektar mitten in der Stadt – alle Hauptgebäude waren über ein komplexes System aus ober- und unterirdischen Verbindungsgängen miteinander verknüpft!
- Bedeutendes Detail / Besonderheit: Nach der Wende gab es Fördergelder nur für einen kompletten Neubau, weshalb der historische Standort mitten in der Stadt aufgegeben wurde. Ein geplantes Senioren- und Geriatrie-Zentrum wurde nie umgesetzt – seit 2007 verfällt das riesige Areal im „Dauerkoma“.
Der Zustand vor Ort
Beim Betreten des Geländes wird sofort klar, wie schnell sich die Natur zurückholt, was der Mensch ihr einst abgetrotzt hat. Efeu schleicht über die Fassaden, und durch die Fensterscheiben fällt das Licht auf verwaiste Flure.
- Die Flure: Lange, hallende Gänge, auf denen sich stellenweise der Putz von den Decken löst.
- Relikte der Vergangenheit: Hier und da stößt man noch auf stumme Zeugen des Klinikalltags – alte Hinweisschilder, verlassene Behandlungsräume oder den nostalgischen Charme der früheren Architektur.






Ein Ort des Respekts
Als Dokumentare von Die Ruinenschleicher begegnen wir solchen medizinischen Lost Places immer mit besonderem Respekt. Hinter jedem Raum stehen persönliche Schicksale. Wir lassen nur Fußspuren zurück und nehmen nur Fotos mit – um die Geschichte dieses Ortes vor dem Vergessen zu bewahren.





