Zwei Identitäten und ein Fund im Arolsen-Archiv
Mit den Daten zum Transport 4881 konnten wir im Internet sogar historische Bilder ausfindig machen. Doch je tiefgründiger wir recherchierten, desto komplexer wurde das Bild: Wir stießen auf zwei unterschiedliche Familienzweige mit demselben Familiennamen und identischem Vornamen Karl – einen in Aachen und einen in Königsberg.
Aus den mündlichen Familienüberlieferungen hieß es stets, Karl sei von Beruf Architekt gewesen und habe drei Kinder gehabt. Als wir jedoch im Arolsen-Archiv ein Dokument aus dem Konzentrationslager Dachau ausfindig machten, tauchte dort genau dieser Karl auf – allerdings mit nur einem eingetragenen Kind. Was stimmte hier nicht? Handelte es sich um eine Verwechslung oder verschwieg die Akte Teile der Familie?
Während die schriftlichen Behördenanfragen liefen, nutzten wir die Wartezeit, um gezielt Personen aus den Linien W., K. und P.-J. zu suchen. Gleichzeitig reifte in uns der Entschluss, den Stiefbruder von Reinhard aufzusuchen.